Die Lernspiele


Ein wesentlicher Baustein der Lerntherapie und der Förderung in Mathematik sind Lernspiele. Diese Lernspiele wurden von Lerntherapeuten und Lehrern speziell für den Einsatz im Lerninstitut entwickelt und gewährleisten die notwenidige fachlich-didaktische Qualität.

Inhaltlich beziehen sich die Lernspiele auf die Klassen eins bis acht. 
Im Gegensatz zu vielen auf dem Markt befindlichen Lernspielen, die auf das Üben mathematischer Inhalte abzielen, geht es bei den hier vorgestellten Spielen vorwiegend um die Entwicklung einer Vorstellung. Es hat sich gezeigt, dass die Entwicklung einer Vorstellung von wesentlicher Bedeutung ist, um darauf aufbauend mit abstrakten Zahlen rechnen zu können. Ein Kind, das keine Vorstellung von mathematischen Inhalten (z.B. Brüchen) hat, irrt orientierungs- und hilflos zwischen Zahlen und Berechnungen herum.

Wir sind z.Z. auf der Suche nach einem Verlag um die im Institut entwickelten Spiele zu veröffentlichen.

Das Prinzip Glück


Die Spiele sind so konzipiert, dass das Glück eine entscheidende Rolle spielt. Dadurch bekommen auch lernschwache Spieler eine echte Gewinnchance. Dies spielt besonders bei Kindern eine Rolle, die aufgrund häufiger Frustration eine Abwehr gegen mathematische Inhalte entwickelt haben. Durch den spielentscheidenden Faktor Glück haben sie die gleiche Chance zu gewinnen wie ihr Gegenüber.


Philosophie der Lernspiele

Spielen und Lernen, passt das zusammen?
Eine Reise in die Vergangenheit zeigt, dass das Zusammengehen von Spielen und Lernen bereits von Rousseau im 18. Jahrhundert geschildert wurde. Er war der Erste, der die Herausforderung annahm, die Zukunft ohne Opferung der Gegenwart zu erobern. Bis dahin galt die Selbstverständlichkeit, dass in der Gegenwart hart gearbeitet, also vorgesorgt, werden muss, um in der Zukunft ernten zu können. Nur wer die Freude in der Gegenwart opferte konnte in der Zukunft ernten und genießen. Die Folge daraus war: Wer in der Gegenwart genießt wird in der Zukunft darben. Das mit Genuss und Freude verbundene Spiel war damit als nutzlos, wenn nicht sogar als „erziehungsfeindlich“ diskreditiert.
Erst Rousseau entwickelte die Behauptung, dass es möglich sei, inmitten einer erfüllten Gegenwart zugleich für die Zukunft zu investieren, weil die dem Spieler abverlangten Leistungen die geistigen Kräfte üben und entwickeln. Hinter diese Einsicht konnte nach Rousseau keine Pädagogik mehr zurück.(Die Geschichte der Pädagogik, Herwig Blankertz, Verlag Büchse der Pandora, Wetzlar, 1992)

Rousseaus Erkenntnisse sind heutzutage leider keine Selbstverständlichkeit. Die Feststellung, das Kind solle doch lieber lernen anstatt zu spielen, ist in den Köpfen von Eltern und vielen Lehrern tief verwurzelt. Von Seiten der Wissenschaft gibt es keinen Zweifel am Lerneffekt von Spielen. So schreibt Fr. Dr. Borghild Rehak: Es gibt wohl kein Kind, das nicht gerne spielt. Wie keine andere Lernform spricht das Spielen das Kind als psychische und physische, als emotionale und intellektuelle Ganzheit an. Daher sei allen, die mit Kindern arbeiten, die Empfehlung Rousseaus ans Herz gelegt: „Viel Phantasie soll der Erzieher darauf verwenden, um Spiele zu erfinden...“(Spielen in einer Lerntherapie, passt das zusammen?, News-Duden Paetec Institut für Lerntherapie, Ausgabe 3, 2006)


Und wie steht die Gehirnforschung zum spielerischen Lernen?
Der wohl prominenteste deutschsprachige Gehirnforscher der Gegenwart ist Prof. Dr. Dr. Manfred Spitzer. Er hat ein Buch eigens dem Lernen gewidmet. Hier einige Themen, die das spielerische Lernen berühren.(Lernen, Gehirnforschung und die Schule des Lernens, Manfred Spitzer, Spektrum Verlag, Heidelberg, Berlin, 2002)
Spielerisches Lernen bedeutet Lernen mit Spaß und Freude, aber lernt man nicht auch unter Druck und Angst?
Große Angst bewirkt zwar rasches Lernen, ist jedoch kognitiven Prozessen insgesamt nicht förderlich und verhindert zudem genau das, was beim Lernen erreicht werden soll: Es geht nicht um ein einzelnes Faktum, sondern um die Verknüpfung des neu zu Lernenden mit bereits bekannten Inhalten. Eine postive Grundstimmung ist daher gut für das Lernen.
Das Gehirn lernt immer, es kann nicht anders.
Wenn es sich so verhält, lernt das Gehirn genauso beim Spielen wie im Unterricht. Es fragt sich nur: was? Sollen mathematische Inhalte vermittelt werden, so braucht man entsprechende Spiele, die dies vermitteln.


Was ist intuitive Mathematik?
Das Gehirn kann mit mathematischen Inhalten auf zwei verscheidene Weisen umgehen, wofür jeweils eine andere Region im Gehirn aktiviert wird. Es kann exakte Berechnungen durchführen und Ergebnisse grob schätzen. Das grobe Schätzen liefert vorab eine Vorstellung von dem Rechenweg und dem zu erwartenden Ergebnis. Fehlerhafte Berechnungen können durch das Schätzen erkannt werden. Das Schätzen liefert aber auch den Gesamtüberblick bzw. die Vorstellung vom mathematischen Gegenstand. Das Abschätzen von drei Vierteln einer Pizza ist genauso wichtig wie die genaue Berechnung von Brüchen. Jedoch wird die Entwicklung von Vorstellungen in der Schule stark vernachlässigt und das genaue Berechnen hingegen stark gefördert. Die Folge sind oft unsinnige Rechenwege mit unsinnigen Ergebnissen (z.B. Addition von Zähler und Nenner bei der Addition von Brüchen).